Lavendelöl duftend und praktisch

Inhaltsstoffe von Lavendelöl

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Ein schönes Lavendelfeld.Der Lavendel ist eine aromatisch duftende Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, aus deren Blüten das wertvolle ätherische Lavendelöl gewonnen wird.

 

 

Der Echte Lavendel (Lavandula officinalis) zeichnet sich vor allem durch seine beruhigende Wirkung aus. Größere Mengen des Öls können sedierend oder sogar narkotisierend wirken. Darüber hinaus gibt es jedoch noch andere wichtige Einsatzmöglichkeiten für das aus den Blüten des Echten Lavendels gepresste Öl: Es wirkt, innerlich angewendet, krampflösend und entblähend. Das Lavendelöl regt den Fluss der Galle an. Bei der äußerlichen Anwendung des Lavendelöles wird die Durchblutung der behandelten Hautparten angeregt.

Breites Wirkungsspektrum

Ätherisches Lavendelöl kann das Wachstum und die Ausbreitung von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzen hemmen. Es besitzt außerdem entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. In der Kosmetikindustrie wird ätherisches Lavendelöl in vielen Produkten als Duftstoff verwendet. Ätherisches Lavendelöl kann bei einigen Menschen eine allergische Reaktion hervorrufen. Wer ein allergisches Potenzial besitzt, sollte deshalb die Anwendung von ätherischem Lavendelöl zunächst vorsichtig dosieren oder ganz darauf verzichten.

Mix aus vielen Einzelbestandteilen

Die Lavendelblüten enthalten von allen Pflanzenteilen des Lavendels mit etwa 1,5 Prozent den höchsten Gehalt an ätherischem Öl. Von Pflanze zu Pflanze können die Menge und die Zusammensetzung des ätherischen Öls variieren. Der Boden und die Stärke und Häufigkeit der Sonneneinstrahlung über die gesamte Vegetationsperiode hinweg können die Qualität und Menge des ätherischen Öls in den Blüten beeinflussen. Für die Herstellung von ätherischem Öl aus Lavendelblüten werden hauptsächlich Blüten aus der für die Pflanze klimatisch besonders günstigen Region der Provence verwendet.

Das Lavendelöl (Lavandulae aetheroleum) besteht aus mehr als 200 verschiedenen Inhaltsstoffen. In der gesamten Pflanze sollen mehr als 2.000 verschiedene Substanzen enthalten sein. Erst wenige davon sind wissenschaftlich untersucht worden. Die Hauptbestandteile des ätherischen Öls mit einer gesundheitlichen Relevanz sind:

  • Linalool
  • Linalylacetat
  • Kampfer
  • Cineol
  • sowie ein bedeutender Anteil an Gerbstoffen.

Der gesamte Mix an Bestandteilen bildet im ätherischen Öl ein leicht flüchtiges Stoffgemisch.

Die wissenschaftlich analysierten Bestandteile

Das ätherische Lavendelöl beinhaltet als gesundheitlich wirksame Stoffgruppe die Monoterpene. Zu den Monoterpenen gehören beispielsweise das Linalylacetat und das Linalool. Diese beiden Monoterpene reagieren besonders gut mit Fetten. Im menschlichen Organismus entwickeln sie deshalb nach der Einnahme eine hohe Verfügbarkeit durch die Fettanteile der Zellmembranen. Diese lipophile Eigenschaft, also die Reaktionsfähigkeit mit Fetten, ermöglicht den Monoterpenen, dass sie problemlos die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. So kann sich die beruhigende und stresslösende Wirkung des ätherischen Öls sehr schnell entwickeln, wenn es inhaliert wird. Auch der Gebrauch in der Duftlampe sorgt für innere Ruhe und Gelassenheit, wenn die Dämpfe eingeatmet werden.

Vor allem der Bestandteil Linalylacetat ist verantwortlich für den typischen Duft der Lavendelblüten. Etwa 35 Prozent des ätherischen Lavendelöls bestehen aus Linalylacetat.

Für die desinfizierende Wirkung des ätherischen Blütenöls aus dem Lavendel ist in erster Linie Linalool verantwortlich. Speiklavendel enthält besonders viel Linalool. Der Anteil im Öl kann bei dieser Lavendelart bis zu 50 Prozent betragen. Im ätherischen Öl aus dem Echten Lavendel ist der Wirkstoffanteil mit etwa 30-40 Prozent etwas niedriger. Die keimabtötende Wirkung lässt sich gut bei Infektionen der Atemwege, der Haut und zur Raumdesinfektion einsetzen.

Für die entzündungshemmende und heilende Wirkung des ätherischen Lavendelöls spielen die Gerbstoffe eine wichtige Rolle. Je nach Anbauregion und Erntezeitpunkt sind etwa zwei bis drei Prozent Gerbstoffe in dem hoch konzentrierten Öl, welches aus den Lavendelblüten ausgepresst wird, enthalten. Zu den wichtigsten enthaltenen Gerbstoffen zählen Chlorogensäure und Rosmarinsäure.

Belebend und erfrischend

Für die ausgeprägte belebende Wirkung des Lavendelöls sind vor allem die Anteile an Kampfer und Cineol verantwortlich. Je nach Lavendelsorte kann der Kampferanteil im ätherischen Blütenöl bis zu 12 Prozent betragen. Beide Wirkstoffe haben einen erfrischenden Duft. Doch sie sind auch für die fiebersenkende und krampflösende Wirkung des ätherischen Lavendelöls mit verantwortlich. Außerdem unterstützen sie das Wirkungsspektrum des Linalools. Überhaupt muss bei der Bewertung der gesundheitlichen Wirkungen von ätherischen Ölen immer das Zusammenspiel der gesamten Inhaltsstoffe betrachtet werden. Eine isolierte Komponente allein würde nie die Vorteile bringen, die sie in Kombination mit den anderen Bestandteilen bewirken kann.

Für die krampflösende Wirkung des ätherischen Lavendelöls spielt auch das Cineol eine große Rolle. Etwa drei bis sieben Prozent kann der Gehalt an Cineol ausmachen. Besonders bei Bronchitis und anderen Erkrankungen der Atemwege kann ätherisches Lavendelöl mit einem hohen Gehalt an Cineol besonders gut schleimlösend und auf die Atemmuskulatur entspannend und entkrampfend wirken.

3 Kommentare

  1. Hallo!

    Ich finde diese Seite wirklich gut – klar strukturiert, informativ, ausführlich und visuell angenehm! Großes Lob an die MacherInnen!

    Jedoch leuchtet mir nicht ein, wie Lavendelöl, wenn es einerseits „augeprägt belebend“ wirkt, andererseits gegen Einschlafstärungen, Panikattacken, Unruhe und Gereiztheit eingesetzt werden kann.

    Ist das schon geklärt bzw. ist die sedierende bzw. belebende Wirkung bewiesen?
    Oder geht es auch hier – wie immer – um die Menge, das Maß, die Dosis?

    Wenn Letzteres zutrifft, würde dann eher eine höherer Dosis die beruhigende Wirkung verschaffen und die niedrige die belebende, jetzt mal so ganz intuitiv ;-)?

    Über eine ehrliche Antwort würde ich mich freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Y.

  2. Noch eins:

    Lavendelölkapseln von LASEA enthalten Aluminiumsalze!

    Und zwar nicht, weil das irgendwie notwendig wäre für Wirkung oder Konservierung – Nein! LASEA mischt sie aus optischen Gründen hinein: Zitat von LASEA selbst:
    „Alle eingesetzten Farbstoffe sind unbedenklich. Patentblau V und Carminsäure liegen als Aluminiumsalze gebunden vor. Durch die Bindung an das Aluminiumsalz erhalten sie ihre typischen intensiven Farben.“

    Als ob es um die Farbe ginge!
    Ich habe sie gekauft, aber nun steige ich um!

    • Kurze Frage: Worauf bist du denn umgestiegen? Laut Angaben von Lasea sind die Kapseln bzw. Zusammensetzung der Inhaltsstoffe patentiert. Das Aluminiumdalz stört mich allerdings auch.

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